Rainer Schamberger: Versicherungsmakler in Dresden
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Rainers Welt · Geschichten & Gedanken

MEIN LEBEN · MEINE GESCHICHTE

Aus Kontakten werden Freunde.

Warum ich lieber mitten im Leben stehe als hinter einer Visitenkarte.

ca. 16 Minuten Lesezeit· Geschichten & Gedanken

Originalbild aus Rainers Beitrag
In dieser Geschichte
01Ein Steg. Und Platz für Menschen.02Eine Visitenkarte erzählt nur den Anfang.03Ein Beamer wird Teil der Erinnerung.04Jemand muss die Tür öffnen.05Fragen dürfen noch unfertig sein.06Zuhören verändert ein Gespräch.07Nähe braucht keine große Inszenierung.08Technik kann den Weg freimachen.09Wenn ein Name eine Geschichte bekommt.10Was vom Abend bleibt.

Kapitel 01

Ein Steg. Und Platz für Menschen.

Eine Gartensparte mit Seezugang. Etwas zu essen. Ein kühles Getränk. Menschen, die Zeit miteinander verbringen. So einfach lässt sich der Rahmen von „Steak am Steg“ beschreiben. In meinem damaligen Beitrag musste ich über den Namen ein wenig lächeln, weil es dieses Mal eigentlich eher „Wurst am Steg“ war. Für die Bedeutung des Treffens machte das keinen Unterschied.

Vielleicht erzählt gerade dieses kleine Detail viel über den Abend. Es ging nicht darum, ob der Rahmen einem besonders großen Namen gerecht wurde. Es ging darum, gern dort zu sein. Mit Menschen, mit denen ein Gespräch entstehen kann, ohne dass es vorher einen eigenen Programmpunkt braucht. Ich habe das Gefühl damals eher mit einer Klassenfahrt unter Freunden verglichen als mit einem Branchenevent.

Dieses Bild mag ich. Bei einer Klassenfahrt steckt die eigentliche Geschichte selten ausschließlich in dem, was offiziell geplant war. Sie steckt auch im Dazwischen. In gemeinsamer Zeit, in einem unerwarteten Gedanken und in dem Gefühl, für eine Weile aus dem üblichen Ablauf herauszutreten. Bei einem Treffen unter Kollegen kann genau dieser freie Raum etwas verändern.

Man begegnet einander nicht nur als Funktion. Der eine ist nicht bloß der erfahrene Kollege, die andere nicht bloß ein neuer Kontakt. Menschen bringen ihre Art mit, ihren Humor, ihre Fragen und ihre Neugier. Wenn der Rahmen entspannt genug ist, darf davon mehr sichtbar werden. Dann entsteht ein Gespräch, das nicht schon nach den ersten Sätzen in eine feste Richtung geschoben werden muss.

Ich freue mich inzwischen jedes Jahr auf dieses Treffen. Der Grund ist für mich gerade seine Unkompliziertheit. Man muss nicht aufwendig beeindrucken, damit gemeinsame Zeit einen Wert bekommt. Manchmal reichen ein Ort am Wasser und Menschen, die einander mit echtem Interesse begegnen. Der Rest wächst aus dem Abend selbst.

Kapitel 02

Eine Visitenkarte erzählt nur den Anfang.

Auf einer Visitenkarte ist wenig Platz. Ein Name, eine Tätigkeit, eine Telefonnummer. Das kann ein guter Anfang sein, wenn man sich wiederfinden oder erreichen möchte. Über den Menschen dahinter erfährt man dadurch noch nicht besonders viel. Die Karte ist eine Verbindungsmöglichkeit. Was aus der Verbindung wird, zeigt sich erst danach.

Ich finde es spannend, wie unterschiedlich dieses Danach aussehen kann. Ein Kontakt bleibt vielleicht bei einer einzelnen fachlichen Frage. Ein anderer entwickelt sich über mehrere Begegnungen. Man erinnert sich an ein Gespräch, greift einen Gedanken wieder auf oder entdeckt ein gemeinsames Interesse. Irgendwann ist der Name nicht mehr nur eine Information. Er gehört zu einem Menschen, den man wiederzusehen gern erwartet.

Auf Veranstaltungen kann leicht der Eindruck entstehen, möglichst viele neue Kontakte seien automatisch ein gutes Ergebnis. Ich verstehe, weshalb Zahlen dabei verlockend sind. Sie lassen sich festhalten. Ein gutes Gespräch ist schwerer zu zählen. Seine Bedeutung zeigt sich manchmal erst viel später, wenn aus einem Gedanken etwas wird oder man merkt, dass man einander vertraut.

Deshalb interessiert mich mehr als die Menge der Visitenkarten, was in einer Begegnung möglich war. Konnte jemand eine ehrliche Frage stellen? Hat man wirklich zugehört? Gab es Raum, eine andere Sicht zu verstehen? Ein Abend kann in dieser Hinsicht reich sein, ohne dass am Ende eine lange Liste neuer Namen entsteht.

Bei „Steak am Steg“ gefällt mir, dass diese Art von Begegnung Platz bekommt. Der Rahmen ist offen genug, um Menschen jenseits einer kurzen Vorstellung wahrzunehmen. Man muss nicht jedes Gespräch sofort auf ein Ergebnis zuspitzen. Es darf zunächst einfach ein Gespräch sein. Manchmal ist genau diese Freiheit der Grund, weshalb später mehr daraus wächst, als sich vorher hätte planen lassen.

Kapitel 03

Ein Beamer wird Teil der Erinnerung.

Dominik hatte spontan einen Beamer und eine Leinwand dabei. So konnten wir gemeinsam Fußball schauen. Das Ergebnis war nicht das erhoffte, der Stimmung tat es keinen Abbruch. Dieses Detail habe ich damals ausdrücklich festgehalten. Es gehört zu den Dingen, die einen Abend unverwechselbar machen, ohne dass sie vorher als großer Höhepunkt angekündigt werden müssen.

Jemand bringt eine Idee mit. Andere machen mit. Plötzlich hat die gemeinsame Zeit ein weiteres Bild. Eine Leinwand gehört nun zu dieser Erinnerung, ein Fußballspiel, ein unerwünschtes Ergebnis und trotzdem gute Stimmung. Solche kleinen Wendungen sind für mich oft anschaulicher als eine allgemeine Beschreibung, dass eine Veranstaltung gelungen gewesen sei.

Man sieht daran auch, wie Gemeinschaft entstehen kann. Sie wird nicht ausschließlich von der Person getragen, die das Treffen organisiert. Andere bringen sich ein, manchmal spontan und auf ihre eigene Art. Aus einem vorbereiteten Rahmen wird dadurch etwas Lebendiges. Jeder Beitrag verändert ein wenig, wie der Abend erlebt und später erinnert wird.

Das Fußballergebnis konnte niemand in dieser Runde nach Wunsch gestalten. Die Art, wie man miteinander Zeit verbringt, lag näher. Ich möchte daraus keine große Lebensregel ableiten. Es ist einfach eine schöne Beobachtung: Ein unerfreuliches Ergebnis muss nicht automatisch die ganze Erinnerung bestimmen. Was zwischen den Menschen passiert, kann stärker sein als der Anlass, auf den gerade alle schauen.

Wenn ich an diesen Abend denke, gehört Dominiks Idee deshalb dazu. Sie steht für das Ungeplante, das möglich wird, wenn Menschen sich wohl genug fühlen, etwas beizutragen. Die Technik war in diesem Fall ein Beamer. Die eigentliche Qualität lag darin, dass daraus ein gemeinsamer Moment wurde. So bleiben Dinge hängen, die sich in einem normalen Veranstaltungsprogramm kaum treffend beschreiben lassen.

Kapitel 04

Jemand muss die Tür öffnen.

Danke an Max. Dieser Dank gehörte schon zu meinem ursprünglichen Beitrag. Er macht das Treffen jedes Jahr mit viel Herzblut möglich. Wenn ein Abend unkompliziert wirkt, kann man leicht vergessen, dass jemand überhaupt erst den Rahmen dafür geschaffen hat. Einen Ort, eine Gelegenheit, einen Anlass, wieder zusammenzukommen. Diese Arbeit ist nicht immer das Erste, was auf einem Foto sichtbar wird.

Ich finde es wichtig, sie trotzdem zu sehen. Gemeinschaft entsteht nicht ausschließlich aus guten Absichten. Sie braucht manchmal jemanden, der beginnt und andere einlädt. Der aus der vagen Idee, sich wieder einmal zu treffen, eine konkrete Möglichkeit macht. Erst dann können die spontanen Gespräche entstehen, die später den Wert des Abends ausmachen.

Gleichzeitig liegt eine besondere Kunst darin, den Rahmen nicht zu eng zu machen. Genug Organisation, damit man zusammenkommt. Genug Offenheit, damit nicht jede Minute bereits eine Aufgabe hat. Bei einem guten Treffen spürt man beides. Es gibt einen Anlass, aber auch Freiheit. Menschen können sich begegnen, statt nur gemeinsam einen Ablauf abzuarbeiten.

Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich mich auf die Wiederholung freue. Man kommt nicht nur zu einem Ort zurück, sondern auch zu einer Art von Miteinander. Die Erwartung ist nicht, dass alles exakt so wird wie beim letzten Mal. Es ist eher das Vertrauen, dass wieder Platz für gute Gespräche sein wird. Für vertraute Gesichter und für Menschen, die neu dazukommen.

Dieses Vertrauen ist ein Geschenk, das durch Verlässlichkeit wächst. Jemand schafft eine Gelegenheit, und andere füllen sie mit Leben. Wer später sagt, er habe einen schönen Abend gehabt, spricht damit auch über die Arbeit im Hintergrund. Ich möchte, dass dieser Teil in meiner Geschichte nicht untergeht. Die offene Tür hat meistens jemand geöffnet.

Kapitel 05

Fragen dürfen noch unfertig sein.

Zu solchen Treffen gehört für mich auch der Austausch mit jungen Maklern. Wer in einen Beruf hineinwächst, bringt Fragen mit. Manche sind fachlich, andere betreffen den eigenen Weg. Was passt zu mir? Wie gehe ich mit einer unklaren Situation um? Wo finde ich einen vernünftigen Anfang? Niemand startet mit allen Antworten, auch wenn es von außen gelegentlich so aussehen mag.

Ein offener Rahmen kann es leichter machen, eine Frage auszusprechen, die noch nicht perfekt formuliert ist. Zwischen Grillen, Gesprächen und gemeinsamer Zeit muss nicht jedes Wort bereits wie ein fachlicher Vortrag klingen. Man darf einen Gedanken ausprobieren. Nachfragen. Feststellen, dass man etwas anders verstanden hatte. Das sind wertvolle Möglichkeiten, wenn man wirklich lernen möchte.

Ich helfe dabei gern, soweit ich kann. Zugleich möchte ich nicht so tun, als verliefe Lernen nur in eine Richtung. Auch wer länger im Beruf ist, kann von einem neuen Blick profitieren. Eine Frage, die etwas Selbstverständliches berührt, kann den eigenen Gedanken schärfen. Eine andere Erfahrung kann zeigen, dass es mehr als einen vernünftigen Weg gibt.

Dazu braucht es eine gewisse Freundlichkeit im Umgang mit Unwissen. Wenn Menschen befürchten müssen, für jede offene Frage bewertet zu werden, werden Gespräche schnell vorsichtig. Man zeigt lieber das, was man schon kann. Dann bleibt gerade das unsichtbar, worüber ein Austausch besonders hilfreich gewesen wäre. Ein gutes Miteinander macht es leichter, ehrlich zu sein.

Ich mag deshalb Begegnungen, bei denen Erfahrung nicht als Abstand zwischen Menschen benutzt wird. Sie darf ein Angebot sein. Etwas, das man teilt, ohne den anderen kleiner zu machen. So können aus kurzen Gesprächen Gedanken entstehen, die länger mitgehen. Vielleicht nur ein nächster Schritt. Vielleicht eine neue Frage. Beides kann wertvoller sein als eine Antwort, die bloß besonders souverän klingt.

Kapitel 06

Zuhören verändert ein Gespräch.

Es gibt einen Unterschied zwischen dem Warten auf die eigene Antwort und wirklichem Zuhören. Von außen kann beides ähnlich aussehen. Man sitzt zusammen, jemand spricht, jemand anderes nickt. Innerlich passiert jedoch etwas anderes. Beim Zuhören bleibt die Möglichkeit offen, dass der nächste Satz das eigene Bild verändert. Man hält den anderen nicht schon nach wenigen Worten für vollständig verstanden.

Das ist anspruchsvoller, als es klingt. Gerade wenn ein Thema vertraut erscheint, liegt eine schnelle Antwort nahe. Man kennt eine ähnliche Situation und möchte helfen. Trotzdem kann der entscheidende Unterschied erst später kommen. Ein Detail im Alltag, ein besonderer Wunsch oder eine Sorge, die zunächst nur am Rand erwähnt wird. Dann lohnt es sich, noch einen Moment länger offen zu bleiben.

Für mich gehört diese Haltung sowohl zum persönlichen Austausch als auch zur Beratung. Ein Mensch möchte sich in seiner eigenen Situation wiederfinden. Er soll nicht das Gefühl bekommen, lediglich ein Beispiel für eine bereits fertige Antwort zu sein. Fachwissen ist wichtig. Seine Wirkung hängt aber auch davon ab, ob es auf die richtige Frage trifft.

Ein Abend am Wasser ist natürlich kein Beratungstermin. Die Gespräche dort haben ihren eigenen Wert. Trotzdem erinnern sie mich daran, weshalb mir diese Art von Interesse wichtig ist. Wenn ein Austausch gut ist, merkt man häufig, dass man nicht nur Informationen losgeworden ist. Man hat sich begegnet. Der eigene Gedanke wurde aufgenommen und nicht bloß zum Anlass für die nächste Selbstdarstellung gemacht.

Vielleicht ist das eine kleine Form von Großzügigkeit: dem anderen für eine Weile wirklich Raum geben. Nicht jede Pause sofort füllen. Nicht jede Erfahrung sofort mit einer eigenen überbieten. Eine gute Frage stellen und die Antwort dann auch hören wollen. Solche Dinge kosten wenig Technik. Sie verlangen Aufmerksamkeit. Genau deshalb können sie eine Begegnung besonders machen.

Kapitel 07

Nähe braucht keine große Inszenierung.

Eine Gartensparte am See klingt nicht nach einem Ort, an dem man berufliche Beziehungen besonders aufwendig gestalten würde. Gerade darin liegt für mich ihr Reiz. Der Rahmen fordert keine Rolle, in der man ständig beeindruckend wirken muss. Es darf alltäglich sein. Essen, reden, lachen, gemeinsam Fußball schauen. Dinge, die Menschen auch ohne beruflichen Anlass gern miteinander tun.

Das macht eine Begegnung nicht automatisch tief. Auch ein lockerer Abend darf einfach angenehm bleiben. Aber er schafft die Möglichkeit, einander anders kennenzulernen. Man sieht vielleicht eine humorvolle Seite, hört von einer Idee oder erlebt, wie jemand mit anderen umgeht. Der Mensch bekommt mehr Konturen als in einem kurzen, zielgerichteten Gespräch.

Ich finde diese Alltäglichkeit sympathisch. Sie erinnert daran, dass gute Beziehungen nicht immer durch außergewöhnliche Ereignisse wachsen. Oft entstehen sie durch wiederholte, unspektakuläre Zeit miteinander. Ein Wiedersehen. Ein Gespräch, das fortgesetzt wird. Das Gefühl, sich nicht jedes Mal neu erklären zu müssen. Irgendwann wird aus einer losen Verbindung etwas Vertrautes.

Dabei darf jeder Mensch seine eigenen Grenzen haben. Nicht jeder berufliche Kontakt muss persönlich werden. Nicht jede gute Zusammenarbeit braucht Freundschaft. Mir ist wichtig, dass Nähe freiwillig bleibt und nicht wie eine zusätzliche Erwartung im Raum steht. Gerade dann kann sie sich ehrlich entwickeln. Sie muss nicht bei jedem Menschen gleich aussehen, um respektvoll zu sein.

Wenn ich sage, dass aus Kontakten Freunde werden können, steckt dieses Können für mich mit darin. Es ist eine Möglichkeit, kein Programm. Ein schönes Ergebnis von Zeit, Interesse und gegenseitigem Vertrauen. Der Abend am Steg ist dafür ein passendes Bild. Man kommt zusammen, ohne vorher festlegen zu müssen, welche Bedeutung jede einzelne Begegnung später haben soll.

Aus Bekanntschaften werden Geschäftspartner. Aus Geschäftspartnern werden Freunde.

Rainer Schamberger · aus meinem damaligen Beitrag

Kapitel 08

Technik kann den Weg freimachen.

Ich mag digitale Möglichkeiten. Auf meiner Website gibt es einen digitalen Ordner, Rechner und verschiedene Werkzeuge, die Informationen verständlicher und Abläufe einfacher machen sollen. Diese Freude an Technik gehört zu mir genauso wie die Freude an einem persönlichen Gespräch. Ich empfinde darin keinen Widerspruch. Es kommt darauf an, wofür die Technik eingesetzt wird.

Wenn ein Dokument auffindbar ist, muss niemand erst lange danach suchen. Wenn ein Zusammenhang anschaulich wird, kann man im Gespräch genauer darüber sprechen. Wenn eine einfache organisatorische Aufgabe weniger Zeit braucht, bleibt mehr Raum für etwas anderes. Technik ist dann hilfreich, wenn sie den Menschen das Leben erleichtert und nicht selbst zum Hindernis zwischen ihnen wird.

Der Beamer am Steg ist dafür fast ein kleines Bild. Ein Gerät allein macht noch keinen gemeinsamen Abend. In diesem Rahmen gab es uns eine zusätzliche Möglichkeit, zusammen etwas zu erleben. Seine Bedeutung entstand durch den Gebrauch. Durch die Menschen davor und durch den Anlass, den sie miteinander teilten. Das Technische und das Persönliche waren in diesem Moment ganz selbstverständlich verbunden.

Auch in meinem Beruf wünsche ich mir diese Verbindung. Ein digitaler Zugang darf praktisch sein. Eine persönliche Rückfrage muss trotzdem möglich bleiben. Wer gerade Orientierung braucht, soll nicht das Gefühl haben, nur noch eine Oberfläche bedienen zu müssen. Hinter meinem Namen steht weiterhin ein Mensch, der erreichbar ist und mit dem sich etwas besprechen lässt.

Deshalb erzähle ich auf dieser Website auch solche Geschichten. Sie zeigen etwas, das sich aus einem Funktionsumfang allein nicht ablesen lässt. Was mich interessiert, worauf ich mich freue und welche Begegnungen mir wichtig sind. Die Werkzeuge sollen verständlicher machen, was sich erklären lässt. Die Geschichten sollen spürbar machen, wer auf der anderen Seite sitzt.

Kapitel 09

Wenn ein Name eine Geschichte bekommt.

Aus Bekanntschaften werden Geschäftspartner. Aus Geschäftspartnern werden Freunde. Diesen Gedanken habe ich in meinem Beitrag festgehalten. Er beschreibt für mich eine Möglichkeit, die über den ersten Anlass einer Begegnung hinausführt. Am Anfang kennt man vielleicht nur einen Namen. Später gehören gemeinsame Erinnerungen dazu. Der Name ruft dann nicht nur eine Funktion auf, sondern einen Menschen.

Manchmal fällt einem diese Veränderung erst im Rückblick auf. Man freut sich auf ein Wiedersehen und merkt, dass die ursprüngliche fachliche Frage längst nicht mehr der einzige Grund dafür ist. Es gibt gemeinsame Themen, einen vertrauten Humor oder einfach die Erfahrung, gut miteinander reden zu können. Ein Kontakt hat mehr Raum bekommen.

So etwas lässt sich nicht sinnvoll erzwingen. Sobald eine Freundschaft zur geplanten Wirkung eines geschäftlichen Auftritts werden soll, wird der Gedanke schief. Freundschaft braucht Gegenseitigkeit. Sie darf sich auch unabhängig davon entwickeln, ob Menschen gerade etwas miteinander verdienen oder ein berufliches Anliegen haben. Ihr Wert liegt gerade darin, dass sie nicht auf diesen Nutzen begrenzt bleibt.

Für mich macht diese Möglichkeit meinen Beruf menschlich interessant. Ich begegne ganz unterschiedlichen Lebenswegen. Ich kann von anderen lernen, Unterstützung geben und manchmal selbst welche bekommen. Daraus entsteht ein Blick auf Arbeit, in dem Beziehungen nicht bloß Mittel zum Zweck sind. Sie gehören zu dem, was ein Berufsleben mit Bedeutung füllen kann.

„Steak am Steg“ ist eine dieser Gelegenheiten, an denen dieser Gedanke für mich anschaulich wird. Man sitzt nicht hinter einer Visitenkarte. Man ist mit anderen da. Der Name auf der Karte bekommt eine Stimme, einen Humor und eine Erinnerung. Und manchmal bleibt nach einem Abend nicht nur der Gedanke, jemanden kennengelernt zu haben, sondern die Freude darauf, ihn wiederzusehen.

Kapitel 10

Was vom Abend bleibt.

Wenn ich die Erinnerung an dieses Treffen auf wenige Dinge zurückführe, sind es der einfache Rahmen, die Menschen und die Freude am Miteinander. Die Gartensparte mit Seezugang. Das Essen. Dominiks Beamer und die Leinwand. Ein Fußballergebnis, das nicht wie erhofft ausfiel. Max, der diese Begegnungen möglich macht. Details, aus denen ein Abend sein eigenes Gesicht bekommt.

Ich möchte sie behalten, weil sie etwas von der Wärme einer Begegnung erzählen. Dafür braucht es keine nachträglich erfundene große Szene. Ein Abend kann berühren, weil man gern Teil davon war. Weil das Gespräch leicht fiel. Weil man Raum hatte, Fragen zu stellen, zu lachen oder einfach dazuzugehören. Solche Erinnerungen sind leiser als manche Erfolgsgeschichte und oft genauso wertvoll.

Vielleicht erklärt das auch, weshalb ich auf dieser Website persönlich sichtbar bleiben möchte. Wer eine Beratung sucht, darf erfahren, was mich als Menschen interessiert. Nicht jedes Detail meines Lebens ist dafür nötig. Aber ein Gefühl für meine Haltung kann helfen. Für die Freude an verständlichen Dingen, an Technik und vor allem an Menschen, die ihre eigenen Geschichten mitbringen.

Ein gutes Gespräch kann dabei ganz klein anfangen. Mit einer fachlichen Frage, einer gemeinsamen Beobachtung oder einer Idee, die noch nicht fertig ist. Es muss nicht sofort alles klären. Manchmal reicht es, dass der andere merkt: Hier darf ich so anfangen, wie ich gerade bin. Mit dem, was ich weiß, und mit dem, was ich noch verstehen möchte.

Am Steg gab es keine große Bühne. Für meine Erinnerung war sie auch nicht nötig. Ein paar Menschen, gemeinsame Zeit und ein offener Rahmen haben gereicht. Aus einem Termin im Kalender wurde ein Abend, auf den ich gern zurückschaue. Und aus manchen Kontakten wachsen Verbindungen, die bleiben. Genau deshalb stehe ich lieber mitten im Leben als hinter einer Visitenkarte.

Persönliche Geschichte auf Grundlage meines veröffentlichten Beitrags, für diese Lesefassung erzählerisch und gedanklich vertieft. Zum Originalbeitrag

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